Mittwoch, 23. Juli 2014

Der 12tel Blick im Juli

So, jetzt ist schon mehr als die Hälfte des Jahres um. Pessimisten würden sagen, jetzt kann es nur noch bergab gehen. Ich versuche es positiv zu sehen (ja, das kann ich auch, obwohl ich eigentlich von der "Das Glas ist halb leer"-Fraktion bin) und sage mir 1.) die ganzen langen Sommerferien liegen noch vor uns, und 2.) August und September sind noch mal großartige Monate im Garten. Da blühen einige Pflanzen erst so richtig auf, die Rosen gehen in die zweite Runde und im Gemüsebeet ist große Ernte angesagt. Zucchini irgendjemand? Ich sehe eine Zucchinischwemme auf mich zukommen.
Alternativ nehme ich auch spannende Zucchinirezepte - ich könnte heute mal wieder griechische Z.-Bratlinge machen, eigentlich.

Aber eigentlich ist ja heute der siebte 12tel Blick des Jahres dran. Recht früh, gegen 8.30, habe ich die Gelegenheit genutzt, klarer Himmel, Sonnenschein, bereits etwa 23°C im Schatten, nur ein laues Lüftchen weht, die prognostizierte Tageshöchsttemperatur liegt bei ca. 30°C. Ein echter Hochsommertag also.

Hier sind die Bilder:

1. Der Garagenblick

Wir haben den Sonnenschirm aufgestellt, damit wir hier nachmittags sitzen können. Das ist einfach die "gemütlichere" Terrasse zum Kaffeetrinken, lesen, chillen. Außerdem sieht man dann auch mal jemanden vorbeikommen und hört die Kommentare der Passanten, die von "Das Haus wäre ja nicht so meins" bis hin zu "Da wohnt wohl jemand der Blumen mag" bis zu "Das hier ist echt schön!" reichen.
Was ist sonst noch passiert: Das Beet am Gitter ist inzwischen ausgelichtet, die Malve geschnitten und die Clematis und das Geißblatt am Gitter rechts wachsen wie nichts Gutes, während es links noch etwas karg ist. Die Duftwicke am Apfelbaum ist durch und schon Geschichte und wurde durch eine kleine niedliche Klettergloxinie ersetzt. Und der Zwergschmetterlingsflieder vorn im Topf blüht ganz toll. Im Oregano vorne im Bild sitzen immer Mengen von Bienen. Die gemähte Wiese ist wieder grün, es blüht allerdings noch nichts wieder.

Juni
Juli

 2. Der Gargoyleblick

Das ist diesen Monat der traurige Blick - gerade heute blüht hier nun gar nichts mehr - die Rosen sind nahezu durch, der Schmetterlingsflieder ebenfalls, und für Sommerblühendes ist in diesem Beet kein Platz mehr. Da muss bei Gelegenheit Abhilfe geschaffen werden und etwas rein, dass die Lücke zwischen erster und zweiter Rosenblüte überbrückt. Vielleicht ein schöner weißer Phlox oder so.

Juni
Juli
3.  Der Rosenbogenblick

Es gefällt mir, wie hier der hintere Teil mit den Hortensien schön im Sonnenlicht liegt. Der Weg vor dem Haus und der Rosenbogen sind noch üppig. Ich habe das Projekt "Wir machen den Weg frei" gestartet und bin ca. bis zur Hälfte gekommen, wie man vielleicht sieht. Wenn der Thymian verblüht ist, muss ich da unbedingt mit dem Mäher drüber gehen, aber im Moment mag ich den Bienen nicht das Futter wegnehmen. Die Clematis ist leider weitgehend verblüht, hat aber wirklich lange und eindrucksvoll gehalten. Die Rose links am Bogen  (Colibri Farbfestival) blüht noch toll, die Veilchenblau rechts, versucht Höhenrekorde zu brechen. Aber am tollsten sind jetzt die Hortensien, die voll erblüht sind und inzwischen richtig üppig wachsen, so wie ich es damals in der Bretagne erlebt habe, als ich mich in diese Büsche verliebt habe. Super, wie sie den Winter hier überstehen.

Juli

Juni

Gartenlust auf Schloss Ippenburg

Unser Besuch in Schloss Ippenburg ist zwar schon zwei Wochen her, aber bisher bin ich einfach nicht dazu gekommen, darüber zu schreiben.
Viel zu tun, ich schrieb es schon. Außerdem sind Posts mit vielen Bildern immer etwas nervenaufreibend und zeitraubend, weil das Anordnen der Bilder hier auf Blogger eine Qual ist. Aber ich habe auch keine Muße, mich in Wordpress oder ein anderes Blogsystem einzuarbeiten. Also quäle ich mich lieber hier und wundere mich über so Merkwürdigkeiten wie z.B. plötzlich auftauchende Leerzeilen, die ich weder im HTML- noch im Editor wieder finde (s.u.). Da muss wohl der Herr Gärtner als mein IT-Spezialist mal wieder dran... 

Vor fünf Jahren waren wir im Rahmen der LGS schon einmal dort und waren von den Gärten total beeindruckt. Zur diesjährigen Gartenlust nutzten wir die Gelegenheit und wollten erneut schauen, wie sich die Gärten entwickelt haben. Ich kann nur sagen, dass mein Eindruck sich bestätigte: Ein liebevoll angelegtes und gut gepflegtes Gelände. Die meiste Zeit haben wir damit verbracht, die verschiedenen Gartenbereiche zu erkunden, natürlich waren auch die vielen anwesenden Händler eine willkommene Abwechslung.

Begonnen haben wir im kleinen Küchengarten der Zeitschrift Kraut und Rüben, angelegt vom Herausgeber Wolfgang Funke. In einem der letzten Hefte stellte er seine zwei privaten Gärten vor (ich frage mich immer noch, wie man das macht, zwei Gärten zu betreuen, von denen einer nichtmal direkt am Haus ist) und so war es natürlich spannend, ihn bei einer Führung durch den - zugegebenermaßen kleinen - Gartenteil erleben zu können. Er erzählte über die Entstehung, aber auch über Schwierigkeiten und Gärtner, die übrige Pflanzen entgegen der Pflanzpläne in seinem Gartenbereich "parkten". Trotzdem wirkt der Bereich einheitlich und lebendig. Besonders gefallen hat uns der kleine Kiesgartenbereich vor dem Küchengarten, angelehnt an Beth Chattos gravel garden (den wir uns in nicht einmal zwei Wochen im Original angucken werden - *freu*). Natürlich ist das kein steriler Designergarten mit Kies und ein paar Pflanzen, sondern ein Insektenparadies mit Pflanzen, die auf mageren Böden wachsen.



Als nächstes der beeindruckende Küchengarten (bloße 5000qm), sehr großzügig angelegt. Da kann ich natürlich nur von träumen. Er ist umgeben von hohen Mauern und es wachsen hier verschiedene alte und neue Obst- und Gemüsesorten in Mischkultur. Es gibt auch mein Traumgewächshaus...



Die Heckengärten wurden zur LGS in Ippenburg angelegt. Inzwischen schon sehr gut eingewachsen, sind einige davon immer noch wunderschön, andere wirken etwas "unaufgeräumt", so dass man das Konzept des entsprechenden Gartenbereichs nicht mehr gut erkennen kann. Meinen "LIEBE"-Garten habe ich leider nicht mehr gefunden. Schade, den fand ich damals besonders schön. Aber der englische Knotengarten mit dem Blick durch das "Ruinenfenster", Onkel Wanjas Hütte und einige andere malerische Kleingärten waren immer noch wunderschön.


Toll war auch der "Jardin infini", den ich leider nicht von außen fotografiert habe: eigentlich nur ein mit Segeltuch bespannter Rahmen der eine Fläche von ca. 40qm einschließt. Innen ist er verspiegelt und man kann nur durch kleine Gucklöcher hineinsehen. Der darin angelegte Garten wird dabei ins Unendliche gespiegelt.


Ein paar dünne Birkchen, unendlich gespiegelt  
Illegalerweise mal die Kamera unter das Segeltuch gehalten, zeigt sich die tatsächliche Bepflanzung des Pavillons.
Auch der Vogelkasten war eigentlich nur einmal da - man beachte die Beine der Fotografin :-)

Und dann das Highlight - der Rosengarten 2000+, sie nennen es "lebendiges Rosenmuseum". Angelegt 2013 gibt es für jedes Jahr seit dem Jahr 2000 ein großes Rosenbeet mit den besten Züchtungen des Jahres, nach Farben sortiert, durch Hecken, Gräser oder Stauden um- und unterpflanzt und voneinander abgetrennt. Hier ein paar Impressionen - irgendwann wäre es selbst mir zuviel Rosen. Aber die Ideen für Kombinationen sind schon toll. Hier gibt es übrigens einen Plan. 




Trotz Gewitters, mehrerer heftiger Regenschauer und drückender Temperaturen war es ein toller Tag. Wir freuen uns auf's nächste Mal!

Da strahlt der Herr Gärtner! 

Montag, 21. Juli 2014

Glänzender Besuch

Heute gab dieser kupferbraun bis grünlich schillernde Käfer ein Gastspiel in unserem Feuer- und Wasserbeet. Wenn er nicht zufällig beim Anfliegen mit mir kollidiert wäre, hätte ich ihn vermutlich gar nicht registriert, so jedoch durften er (vermutlich eher eine sie) dann gleich Fotomodell spielen:


Der Moschusbock hat eine ganz beträchtliche Länge, ich würde 4 - 5 cm schätzen und sehr lange Fühler - beim Männchen länger, beim Weibchen etwas kürzer als der Körper. Seine Larven leben im Totholz von Weiden, d.h. möglicherweise suchte sie hier nach einer Ablagemöglichkeit für ihre Eier - wir haben beides: einen extra liegen gelassenen Totholzhaufen und eine alte, innen schon gespaltene Kopfweide. Neulich habe ich schon einmal einen gesehen, der aber schneller wieder weg war als ich die Kamera zücken konnte. Ob dieser hier vom Zusammenstoß benommen war? Jedenfalls hielt er es mehrere Minuten relativ regungslos auf der verblühten Rosenblüte aus. 
Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass die Augen dieses Käfers merkwürdig geformt sind - das liegt daran, dass die Basis der Fühler mit der sie haltenden Muskulatur soviel Raum einnimmt, dass das Auge sie sozusagen umfließt. 



Sonntag, 20. Juli 2014

Kampagne gegen das Bienensterben















Warum es über zwei Jahre gedauert hat, bis wir auf die Idee gekommen sind, den Sonnenschirm von der Abendterasse auf die kleine Küchenterasse zu stellen, um dort ein bisschen Schatten zu haben, kann ich nicht sagen. Seitdem wir es am letzten Wochenende gemacht haben, können wir jedenfalls jetzt auch nachmittags bei Sonne unsere Terrasse nutzen, ohne einen Hitzschlag zu bekommen. Das war in den letzten Tagen wichtig, denn der Sommer ist endlich mal wieder für ein paar Tage vorbei gekommen.


Wenn man dort sitzt, fällt einem sofort das Gebrumm der Insekten und Hummeln auf, die sich dort an dem inzwischen wegbedeckenden Thymian, den Katzenminzen im blauen Beet und dem Oregano im Kräuterbeet bzw. im Buchsfeld gütlich tun. Den Weg vor dem Haus kann man kaum entlang gehen vor lauter thymianbestäubenden Insekten. Aber so haben wir es ja gewollt - unser Garten, ein Paradies für Bienen.

Während es hier noch einen erkennbaren Weg
gibt, 
hat der Thymian vor dem Haus inzwischen
den Weg vollständig übernommen. 





















Und dann fiel mir wieder diese Meldung (eher eine Randnotiz) in der Kraut und Rüben ein, in der es um eine Greenpeacestudie ging:

Da hat also Greenpeace Pflanzen aus Gartencentern, Baumärkten und Supermärkten untersucht und festgestellt, dass mehr 3/4 davon sie mit Pestiziden behandelt waren, fast die Hälfte mit Neonicotinoiden. Der naturbewusste Gärtner weiß natürlich, dass diese Gruppe der Pflanzenschutzmittel in Verdacht steht, für das Bienensterben
verantwortlich zu sein. Die Insekten unterscheiden natürlich nicht zwischen den belasteten und den nicht belasteten Pflanzen.
Das ist so fies - eigentlich ist es klar, wenn man mal drüber nachdenkt, aber im Überschwang des Pflanzenkaufs denke ich nicht über diese Problematik nach. Natürlich kaufe auch ich im Baumarkt und im Gartencenter einen Teil meiner Pflanzen - und habe mir damit das Gift, dass ich vermeiden will, unbewusst in den Garten geholt. Mich ärgert so etwas. Ich kann doch nicht bei jeder Kaufentscheidung über die möglichen Umweltauswirkungen nachdenken, soweit kann ich doch die Zusammenhänge gar nicht durchschauen. Die Konsequenz, keine Pflanzen mehr im Baumarkt zu kaufen, versuche ich zu ziehen, aber ob mir das gelingt? Das glaube ich nicht.





Wenn es euch ähnlich geht wie mir und ihr euch auch darüber ärgert, dass hier mal wieder wirtschaftlicher Nutzen vor den Schutz der Natur gestellt wird, unterstützt bitte diese Aktion von Greenpeace: E-Mail-Kampagne gegen das Bienensterben. Danke!



Sonntag, 13. Juli 2014

Der Park der Sinne in Laatzen

Momentan ist es hier eher ruhig - das hat zwei Gründe:
  1. Das Wetter - wie immer! Wenn das Wetter brauchbar war, hatte ich keine Zeit für den Garten und zum bloggen, wenn ich Zeit für den Garten hatte, kippte es, was das Zeug hielt. Eine ganz dumme Kombination. 
  2. Keine Zeit ist das Stichwort - wir haben hier in Niedersachsen dieses Jahr ein extrem langes Schuljahr, so dass vieles, was in "normalen" Jahren um diese Zeit schon erledigt ist, erst jetzt ansteht. Und dann war ich in den letzten zwei Wochen dauernd dienstlich verreist (Fortbildung, Kommissionssitzungen usw.), so dass wenig Gelegenheit blieb, im Garten am roten Haus zu werkeln. Und noch weniger Zeit, auch noch einen Blogeintrag zu schreiben. 

Aber genug der Entschuldigungen - ich habe Dinge aufzuarbeiten, die sich angesammelt haben. In den nächsten Tagen gibt's daher mal wieder etwas mehr zu lesen.

Heute möchte ich euch von einem absoluten Kleinod erzählen, dass ich abends bei einem Spaziergang nach stundenlanger anstrengender Kommissionsarbeit - Feilschen um Formulierungen für das Kercurriculum Englisch - direkt neben dem Hotel in einem Industriegebiet in Laatzen entdeckt habe: Der Park der Sinne.

Abwechslungsreich gestaltete Landschaft.
Der Park der Sinne ist ein Überbleibsel der EXPO 2000 in Hannover und wurde damals im Rahmen zahlreicher Renaturierungsprojekte auf einer ehemaligen Schutthalde errichtet.
Der hannoversche Garten- und Landschaftsarchitekt Hans-Joachim Adam hat den Park inspiriert durch den Künstler und Philosophen Hugo Kükelhaus gestaltet.

"Die Entwicklung des Menschen wird von derjenigen Umwelt optimal gefördert, die eine Mannigfaltigkeit wohldosierter Reize gewährleistet. Ungeachtet der Frage, ob diese Reizwelt von physischen oder sozialen Verhältnissen und Faktoren aufgebaut ist - die Vielgestaltigkeit der Umwelt ist Lebensbedingung."
(Hugo Kükelhaus)


Bei einem Spaziergang durch den Park werden tatsächlich alle Sinne angesprochen - das Plätschern von Wasser, der Duft und die Farben von Blumen und die unterschiedliche Texturen der Steine, die überall im Park verteilt sind, werden ergänzt durch sogenannte "Erlebnisstationen": Da gibt es beispielsweise sich drehende Scheiben, die eigentlich zweifarbig, ein buntes Farbspiel ergeben, zwei riesige Schalltrichter, durch die man sich auch auf eine Entfernung von 30 Metern oder mehr flüsternd unterhalten kann, ein Summstein, ein mit Kräutern bepflanzter Picknicktisch und ein gigantisches Insektenauge, durch das man die Umwelt aus der Perspektive eines Insekts wahrnehmen kann.

Beeindruckt hat mich die Ruhe in diesem Park, der zugegebenermaßen an einem Donnerstagabend nicht mehr allzu voll war, aber eben doch in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten, einer Schnellstraße und einem Industriegebiet liegt. Und der absolut super gepflegte Zustand des Ganzen. Da lag kein Müll herum, alle Beete waren perfekt gepflegt und geschnitten, ohne dabei streng zu wirken. Das dabei auch noch die Sonne strahlte, hat natürlich sein Übriges dazu getan.

Um noch ein paar schöne Fotos zu bekommen und auch dem Herrn Gärtner den Park zu zeigen, machten wir uns heute Nachmittag auf den Weg und wurden noch auf der Fahrt dorthin von einem Wolkenbruch mit Hagel, Starkregen, Blitz und Donner aufgehalten.  Daher gibt es hier nun nur die Fotos, die ich neulich mit der Handykamera machen konnte, deren Qualität wie üblich leider etwas zu wünschen übrig lässt. Ich sollte mir angewöhnen nicht mehr ohne Kamera das Haus zu verlassen.


Spiel der Farben - Bunte Blumen wechseln sich mit parktypischen großen Rasenflächen ab.
Das Trockental - Auch Steine sind in die Gestaltung der Flächen mit einbezogen. 
Das Heckenlabyrinth - eine "märchenhafte" Reise, gespickt mit Hinweisen
Ein Ruheort mit bunter Pflanzung






Treffpunkt am Wasser - unzählige gelbe Teichrosen treiben auf dem Wasser
Der sprechende Stein - ein Steinkreis stellt alle wichtigen in Niedersachsen vorkommenden Steinarten vor. 

bis man zum Ziel kommt. Die Auflösung wäre, spätestens nach dem zweiten Hinweis nicht mehr nötig, gibt dem Ganzen aber noch einmal einen anderen Reiz, als "einfach nur" durch ein Heckenlabyrinth zu laufen.
Ort der Idylle
Der gedeckte Sabbat-Tisch - zum Essen vielleicht nicht zu gebrauchen.
Hier stand wohl auch mal ein jüdischer Kerzenleuchter,
den Vandalen abgebrochen haben.