Sonntag, 26. Oktober 2014

Lecker: Tomatillos

Fast drei Wochen ist der letzte Post her - die Zeit rannte mir in den letzten Wochen mal wieder davon. Dienstlich war ich quer durch Niedersachsen unterwegs und habe dabei hunderte Kilometer Autobahn abgefahren. Weder für's Bloggen noch für den Garten war Zeit und Energie, wenn ich dann abends oft schon kurz vor'm Dunkelwerden nach Hause kam. Und so habe ich leider schon wieder das Farbenspektakel meiner Sträucher verpasst. Und selbst den Termin für den 12tel-Blick habe ich nicht geschafft. Das hole ich aber auf jeden Fall noch nach. Sonst fehlt mir ja der Oktober in meiner Sammlung.

Jetzt sind auch erst mal Ferien und damit wird es erst mal wieder etwas ruhiger. Das ist gut, denn es ist viel zu tun da draußen. Das große Projekt "Umstrukturierung der Grasfläche" beginnt nächste Woche mit dem Setzen einer neuen Hecke. Einige Sträucher müssen umziehen und die Vogelhecke am hinteren Grundstücksrand wird dabei noch mal "überarbeitet". Insbesondere die Hundsrosen haben sich dort nicht bewährt und fliegen raus. Un der Natur finde ich sie wunderschön, hier im Garten gehen sie leider gar nicht, weil sie alles übernehmen.

Heute hab ich mal wieder ein Rezept. Denn auch wenn der große Ernteschwung (über den ich auch nicht berichtet habe) vorbei ist, liefern uns unsere Gemüsehochbeete noch einiges nach. Z.B hatten wir - vermutlich aufgrund des warmen Wetters im September und Oktober, passend zur Reifezeit - eine wahre Chilischwemme. Der Herr Gärtner kam kaum hinterher mit dem Verarbeiten und war manchmal kurz vor der Kapitulation "Wir haben zu viele Chilis angebaut!" Selbst die Rocoto, eine Baumchili, die wir seit Jahren anbauen, die aber noch nie Früchte zur Reife gebracht hat, hing dieses Jahr voller großer, kugeliger rotoranger Früchte. Von einer einzigen Habaneropflanze haben wir wohl 50 superscharfe schwarze Schoten herunter geholt, die Ernte der Aji Amarillo, mittelgroße längliche orangegelbe Schoten von ziemlicher Schärfe, ist kaum noch zählbar. Und während für die Tomaten der warme Herbst leider zu spät kam und die meisten Mitte September schon abgeerntet waren, bevor dann die Tomatenpest Braunfäule zuschlug, machte sich unser Experimentaltomatillo daran, noch mal gefühlte 1000 Blüten und ebenso viele Früchte anzusetzen.

Sehr dekorative Blüten

Die Pflanze hat noch mal unzählige Früchte angesetzt, die aber
vermutlich nicht mehr groß werden.


Tomatillos (Physalis philadelphia) gehören zu den Nachtschattengewächsen, stehen aber den Kapstachelbeeren und Lampionblumen näher als den Tomaten, mit denen sie nur die Form der Früchte gemeinsam haben. Der Geschmack ist schon recht eigen, im unreifen Zustand, in dem sie meist gegessen und verarbeitet werden, eher säuerlich herb, abgereift dann tatsächlich etwas süßer. Das Fruchtfleisch ist fest und sitzt voller Samen, kein Geglibber, wie bei Tomaten. Sie kommen aus Südamerika, brauchen ähnliche Bedingungen wie Tomaten (Licht, Wärme, Wasser) und werden hauptsächliche in der lataeinamerikanischn Küche genutzt. Hier habe ich sie eigentlich noch nie irgendwo zu kaufen gesehen.

Schnell war klar, dass unsere Tomatillos in einer Salsa landen mussten. Da passte es sich ganz gut, dass wir gestern zur Feier des Geburtstags des Herrn Gärtner Fajitas gemacht haben, die immer gut mit einer Salsa harmonieren.

Tomatillo-Tomaten-Salsa
Das braucht man:

  • 5 - 7 Tomatillos
  • 5 - 7 Tomaten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Chilis je nach gewünschtem Schärfegrad (ich hatte 1/2 Habanero)
  • Koriander
  • Saft einer Limette
  • Olivenöl
  • Salz

So geht's: 

Tomatillos in kleine Würfel schneiden, Tomaten entkernen und ebenfalls würfeln. 1/4 der entstandenen Tomatillo-Tomaten-Menge in einen Mixer geben. Grob gehackte Chili, Olivenöl, Limettensaft und grobes Salz dazu und im Mixer pürieren. Diese Sauce über die restlichen Tomatillos und Tomaten geben. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Koriander grob hacken und ebenfalls dazu geben. Ggfs. noch mit etwas Limettensaft und/oder Salz abschmecken, ziehen lassen. Schmeckt großartig zu verschiedenen Fleischgerichten.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Herbstblüten

Das letzte Wochenende war ein Traum - ca. 20°C, strahlender Sonnenschein, das habe ich mir im Sommer an manchen Tagen gewünscht. Der Garten dankt es mit strahlenden Farben und immer noch zahlreichen Blüten. 

Safrankrokusse unter dem Zierapfel - 12 Safranfäden aus verblühten Köpfchen haben wir bereits geerntet und da kommen noch mehr. Für ein Essen wird es bestimmt reichen! Leider halten die wunderschönen Blüten in der Sonne nur ein paar Tage. 



Weiße Glattblattaster (A. novi-belgii)
Wenn ihr nach einer kleinen Pflanze sucht, um eine Lücke zu füllen und im Gartencenter diese harmlosen kleinen Tröpfchen mit einer hübschen, buschigen und ca. 15cm hohen Aster findet, dann rate ich euch: Lasst die Finger davon. Oder achtet wenigstens auf die Art - ich habe im ersten Jahr 6 kleine Astern in das Jahreszeitenbeet gesetzt. Letztes Jahr sind sie explodiert - sie erreichten eine Höhe von 1,20 Meter mit einem entsprechenden Durchmesser, waren aber dadurch, dass sie so dicht standen, mit Mehltau übersät. Da gab es nur eins - sofortiger Umzug. Eine wurde nach hinten in die Hecke verfrachtet, hat nun dort eine stattliches Format erreicht und ist beeindruckend mit Blüten übersät. Die Sorte weiß ich nicht - vielleicht nenne ich sie "Baumarktüberraschung". 




Und sonst?

Herbstliche Spinnennetze im Zierapfel

Eine wunderschöne Tapetes, die erst im Frühling gesät,
 erst jetzt so richtig zur Geltung kommen.
Eine wunderschöne farbechte Hortensie - 
die Färbung ist unabhängig vom Boden.
Ich muss mir dringend angewöhnen, Sortennamen aufzuschreiben.
Die Hauswurze, die ich im ersten Jahr mühsam in die Fugen 
des Wegs gesetzt habe, haben sich inzwischen gut etabliert,
haben viele kleine Ableger und sind erstaunlich trittfest.

Montag, 6. Oktober 2014

Ein Rundgang ums Haus

Gestern war ich noch mal draußen und habe einen kleinen Rundgang mit der Kamera ums Haus gemacht. Ein paar brauchbare Fotos sind entstanden, um einen Eindruck zu vermitteln, wie sich der Garten am Roten Haus in den letzten Monaten entwickelt hat.


Durch den Rosenbogen, an den Hortensien vorbei
vorm Haus entlang.
Als herbstliches Element steht dort jetzt dieser Kübel,
die weiße Blumenbank haben wir weggenommen,
um vor der Hauswand Platz für eine kleine Feige zu schaffen.
Von der Küchenterasse nach rechts geblickt, zum Asiabeet.
Die Wiese hat der Herr Gärtner erst vor ein paar Tagen gemäht.
Der Zierapfel hängt in diesem Jahr noch voller als im letzten!
Das Asiabeet ist inzwischen auch üppig bewachsen, der Bambus hat
in diesem Jahr einen tüchtigen Schub gemacht.
Für den Winter können wir den wohl nicht mehr einpacken.
Das Garagenbeet mal aus der Nähe: Hier 
haben wir im Sommer mehr Struktur reingebracht 
und dafür gesorgt, dass ab nächsten Jahr dort immer 
etwas blühen sollte. Bisher hatte es seinen 
Schwerpunkt zu sehr im Frühjahr und Frühsommer.
Auf dieser Seite blühen - trotz des inzwischen 
immer stärkeren Schattens - unermüdlich die
 Malve "Mystic Merlin" und das Geranium 
"Tiny Monster". 
Die hintere Rasenfläche, also zwischen Haus und hinterer 
Hecke ist der Bereich, der sich ab den Herbstferien noch deutlich 
verändern wird. Anstatt einer großen langen Rasenfläche werden 
wir den Bereich mit einer halbhohen Buchenhecke in zwei Teile 
teilen. Die gelben Flecken (frisch gemähte Wiese) geben die 
ungefähre Gliederung vor, der Verlauf der Hecke wird sich am 
grünen Streifen zwischen ihnen orientieren. Der Teil neben dem 
Feuerplatz auf diesem Bild wird eine Erweiterung des 
Rosengartens werden.
Text
Auf dieser Seite soll eine flächige 
Staudenpflanzung mit Anklängen an einen 
Präriegarten entstehen (erinnert ihr euch an 
Wisley oder den bot. Garten in Oxford?) - 
mit welchem Teil wir anfangen, wissen wir 
noch nicht. Erst mal kommt in den Ferien 
die Hecke, alles andere machen wir erst 
im Frühjahr.

Blick vom Inselbeet zur Küchenterasse - 
der Herr Gärtner hat gar nicht mitbekommen, 
dass er fotografiert wurde.
Das Inselbeet gibt so langsam auf - es hat aber auch seit dem 
Frühjahr durchgängig geblüht. Dem Kater ist das egal, er muss 
das Haus vor den Mäusen beschützen!

Sonntag, 5. Oktober 2014

Kritische Bildbetrachtung

Ich habe schon länger keine "Gesamtbilder" (Totalaufnahmen) aus meinem Garten - außer den 12tel-Blick-Bildern - mehr gezeigt. Irgendwie finde ich meine Gartenüberblicksfotos immer recht langweilig, dokumentarisch. Ich komme da an die Grenzen meiner Fotografiekenntnisse. Ich will euch mal ein paar Beispiele zeigen, warum ich euch lieber Detailaufnahmen zeige als "Totalen".

Nehmen wir mal folgendes Foto:

Was hatte ich gesehen: Grasblütenstände vom Miscanthus und dem Pennisetum, die sich im Wind leicht bewegten, die rot leuchtenden Blätter der Blasenspiere und des japanischen Ahorns, die roten Hagebutten der Hechtrose, vor sattem Grün und sich deutlich abhebend von den schattigeren Bereichen des Bilds. Von dem Foto bin ich total enttäuscht, da die Kamera die Kontraste weggebügelt hat. Die Bereiche, die in der Sonne lagen, sind total überbelichtet, die anderen zu hell und wirken nicht so kräftig, wie ich sie gesehen habe.  Diese Kontrastumfänge gut wiederzugeben finde ich immer sehr schwer. Außerdem fehlt mir in dem Bild die Dynamik, die durch den leichten Wind erzeugt wurde.
Eine Detailaufnahme davon sieht so aus (hier bin ich allerdings mit der Bildaufteilung nicht 100% zufrieden):
Das Streiflicht kommt in den Ähren des Miscanthus gut zur Geltung, durch die Windbewegung wird in den Spitzen der Ähren eine leichte Unschärfe erzeugt. Das Bild hätte allerdings noch mehr Anteile des roten Ahornlaubs gebrauchen können. 

Zweites Beispiel:
Manchmal wirken die Bilder "unaufgeräumt" - Diese Japananemonen vor den Herbstastern sind in Natura mein absolutes Highlight, gerade weil sie nicht streng nach oben wachsen, sondern sich bewegen und sich gegenseitig durchwachsen. Die Farben ergänzen sich wunderbar. Das Bild drückt das für mein Empfinden nicht aus. Es wirkt zu zweidimensional und die Anemonen sehen eigentlich nur unordentlich aus.
Auch hier zum Vergleich eine Detailaufnahme, mit der ich eigentlich ganz zufrieden bin:
Die  Farbwirkung ist harmonisch. Es gibt einen klaren Fokus, die Anemonenblüte, der Rest wirkt gut als Hintergrund. 

Das letzte Beispiel:
Hier hatte ich gestaffelte Blüten - sowohl in der Höhe als auch in der Raumtiefe -  in verschiedenen Rosatönen gesehen. Ähnlich wie im obersten Bild passt die Belichtung nicht, die Möhrendolden im Vordergrund  und auch die rosafarbene Rosenblüte rechts wirken ausgebrannt, auch die Gießkanne im Hintergrund ist viel zu hell. Was mich hier aber besonders stört, ist die fehlende Tiefenwirkung des Bildes.
Hier die direkt danach gemachte Deteilaufnahme einer einzelenen Blume aus dem Ensemble:

 Hübsch, aber es fehlt ihr eben der Zusammenhang - wo steht sie, welche Begleitstauden stehen drum herum...  

Detailaufnahmen gelingen mir leichter, sie sind auch nicht immer gut, aber in der Regel deutlich vorzeigbarer. Und daher gibt es so selten Totalaufnahmen. Die muss ich noch üben - und nehme mir also für den nächsten Gartenrundgang vor, mehr davon zu machen. Am besten noch, bei Regenwetter :-)


Freitag, 3. Oktober 2014

Endlich eine Hausnummer

Obernkirchener Sandstein, die Platte mit der Zahl ist aus Corstenstahl.
Endlich kann man uns finden, wir haben eine von der Straße aus sichtbare Hausnummer. Yay!

Schon seit einem Jahr geplant, im Frühsommer angefertigt und abgeholt, haben wir es auf den letzten Drücker in der HerbstSommerferien (das war ein Freudscher Verschreiber) endlich geschafft, sie aufzustellen.

Wir wollten warten, bis wir einen Platz für den Hibiskus, der dort stand, gefunden haben. Jetzt ist er in guten Händen, allerdings dort ein bisschen beleidigt...

Vor dem Stein steht ein Mexikanischer Sonnenhut (Ratibida columnifera var. pulcherrima) , verwandt mit den bekannten Rudbeckia-Arten. Die hübsche rote Blüten mit gelben Rand ziehen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich. für Insekten interessanter ist der innere Blütenkolben, der mit dem Aufblühen der kleinen Röhrenblüten immer länger wird.


links ein gerade aufblühender Blütenstand, in er Mitte ist der Kolben schon fast durchgeblüht. 


Vor einiger Zeit hätte ich eine Liste mit Pflanzen versprochen die wir abzugeben haben:


  • Ableger diverser Carex-Sorten (Carex morowii "Icedance", sehr schattenverträglich, bei der anderen bin ich nicht sicher - evtl. eine Zwergsegge, die hier in voller Sonne steht, es aber lieber etwas halbschattiger haben möchte)
  • eine Rosa canina
  • eine oder zwei Rosa rugosa
  • Sämlinge von weißer Katzenminze
  • Sämlinge bzw. bereits einjährige Malven
Bei Interesse bitte melden!