Montag, 28. März 2016

Der Osterspaziergang



Frohe Ostern allerseits!

Frühling geht anders, immer noch ist es kalt und windig, aber wir haben dem Wetter getrotzt und machten uns gestern Nachmittag auf den Weg in die große Stadt mit dem Barockgarten und seinem - wie ich finde - viel schönerem Ableger, dem Berggarten. Am späteren Nachmittag wurden wir sogar noch mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt. 

Das Osterhäschen, das sonst auf der Kommode im Flur steht, durfte mit, verlor aber seine Möhre recht bald und musste lange suchen. Und wo es sie überall gefunden hat: 







 

Die Damen und Herren im Großen Garten hatten sicherlich auch mit besserem Wetter und mit mehr Besucherandrang gerechnet - Kinderamüsement, Kutschfahren und eine Auffahrt mit einem Kran auf ca. 40 Meter Höhe waren geplant. Die Kutschfahrten mussten abgesagt werden, die armen Studenten, die als Osterhase und großer gelber Vogel für die Kinderbelustigung sorgen sollten, hatten nicht all zu viel zu tun, und für die Auffahrten mit dem Kran musste man nicht mal besonders lange anstehen. 
Trotz ein bisschen Sorge um die Schwindelfreiheit (von mir) haben wir die Auffahrt gewagt und wurden mit einem phänomenalen Ausblick belohnt (ihr seht, wie leer der Garten war!)






Danach, auf unserem Weg in den Berggarten, kam wie gesagt, die Sonne raus. Den Berggarten kennen wir inzwischen gut, letztes Jahr waren wir ja ziemlich häufig dort. Und ich muss wieder sagen, er ist zu jeder Jahreszeit schön, aber bei Sonne natürlich noch mehr.  Im Frühling blüht dort ein Meer an Schneestolz  (Chionodoxa) - oder ist es doch Blaustern (Scilla), da scheitert meine Pflanzenerkennung - in jedem Beet und auf den Rasenflächen, wahrscheinlich ist es beides. Und die Magnolien waren gestern auch kurz vor dem Aufblühen. 





Freitag, 18. März 2016

Säulenobst am Graben

Im letzten Post schrieb ich ja schon von den Umgestaltungsarbeiten, die uns im Moment beschäftigen. Ich weiß gar nicht, woran es liegt, dass wir dieses Jahr schon so früh mit der Gartenarbeit angefangen haben, aber wir haben tatsächliche fast jedes Wochenende und auch manchmal noch am späten Nachmittag gearbeitet. Dafür ist jetzt ein großer Teil des Strauchschnitts erledigt, schon mehrere Beete "frühlingsfrisch" gemacht und unsere Umbauarbeiten nehmen ihren Lauf.

Alles fing damit an, dass wir , mal wieder, über ein Gewächshaus nachdachten. Lange hin und her überlegt, entschieden uns  zuerst für ein größeres selbstgebautes Folienhaus auf der Streuobstwiese, waren aber nicht 100% überzeugt. Also steckten wir es mit Bambusstäben ab und waren uns dann ganz schnell einig: Nein, auf der Streuobstwiese, neben Auffahrt und Carport wollen wir kein (Folien-) Gewächshaus haben, auf das wir immer gucken, wenn wir das Haus verlassen. Das hätte uns optisch nicht gefallen. Also wurde weiter überlegt... Naja, und dann kamen wir auf die Idee mit den Gemüsebeeten auf der Wiese, dem Schattensitzplatz und dem Tomatenhaus im jetzigen Gemüsegarten. Das ist noch Work-in-Progress - die Bilder zeigte ich schon vor ein paar Tagen.

Parallel las ich in etlichen Gartenzeitschriften, dass es jetzt ja nun langsam Zeit würde für den Obstbaumschnitt. Und nachdem ich im letzten Jahr unseren armen Apfelbaum so verschnitten hatte, dass er nicht einen einzigen Apfel trug, wollte ich es diesmal besser machen und guckte mir Videos zum Apfelbaumschnitt an. Und so kam eins zum anderen, über den Umweg über ein paar Schnittvideos landete ich auf den Seiten des Schweizer Unternehmens Lubera, dass ich letztes Jahr auf Schloss Ippenburg kennen- und schätzen gelernt hatte - sie haben dort die Mundraubgärten angelegt - und auf deren Seite ganz schnell bei den Säulenapfelbäumen.

Da war die Begierde geweckt. Ich hatte letztes Jahr schon ein Bäumchen mitnehmen wollen, wusste aber nicht, wohin damit. Und wie das so am Ende des Winters ist, da gehen mit uns oft die Pferde durch und wir entschieden nicht nur einen oder zwei Säulenbäume zu pflanzen, sondern gleich Nägel mit Köpfen zu machen und eine ganze "Hecke", am Graben entlang anzulegen. Die Johannis- und Stachelbeeren gefielen uns dort ohnehin nicht mehr, weil sie den schmalen Weg zu wuchsen und von der Grabenseite nur ganz schlecht zu beernten waren. Auch die vorderen beiden Buchsbeete sind zwar schon etliche Male umgestaltet worden, gefielen aber im Endeffekt immer noch nicht so recht. Was lag da näher, als eine erneute Umgestaltung vorzunehmen und die Beerensträucher in die Buchsbeete umzuziehen.

Also kauften wir vier Säulenäpfel, ein "Säulen"Birne*, eine "Säulen"Nektarine* sowie eine Brombeere mit aufrechtem Wuchs, mit dem Hintergedanken, den formalen Charakter der Buchsbeete aufzugreifen und auch in der Bepflanzung am Graben fortzuführen. Zwei weitere Bäumchen werden noch folgen, es gibt da eine rotfleischige Apfelsorte als Säulenbaum, die ich gern noch hätte.

Gesagt getan - das ist das Ergebnis.
Hier stehen schon mal die Pfosten in Reih und Glied.

Und hier ist es fertig gepflanzt. Vorne die Birne, dann ein freier Pfosten für
die noch fehlende Sorte. das, was schon so hoch ist, ist die Nektarine. 
Hier sieht man dann auch mal mich bei der Arbeit...
wer hat dem Herrn Gärtner eine Kamera gegeben?

Noch ganz schön mini, der Kleine, der
muss noch ganz schön wachsen, bevor
wir auch nur einen Apfel davon bekommen. 


Der Buchs müsste mal geschnitten werden, rahmt aber die Beerensträucher
dekorativ ein. 

* Die Firma Lubera ist im Gegensatz zu etlichen anderen Anbietern so ehrlich zu sagen, dass es echten Säulenwuchs nur bei Apfelbäumen gibt.  Birnen, Nektarinen (und alles andere, was man so unter der Bezeichnung "Säulenobst" kauft), können nur durch regelmäßige Schnittmaßnahmen in dieser schmalen Form gehalten werden. Der Züchter bietet eine Birne an, die, wie er sagt, dem Säulenapfel recht nahe kommt und mit einem Schnitt pro Jahr auskommt. Die Nektarine braucht mehr Platz und wächst eher pappelartig - straff aufrecht. Lubera zeigt im Katalog und auf der Internetseite immerhin Fotos von ihren Bäumen und erklärt dies in ihren Videos. Andere Anbieter - ich habe da gerade erst wieder den dicken Katalog mit den tollen Tipps geschickt bekommen - zeigen beim Säulenobst nur Zeichnungen. Ich weiß also, worauf ich mich eingelassen habe und rechne auch nicht mit einer furchtbar üppigen Ernte - ein bisschen Naschobst reicht uns.

Dienstag, 15. März 2016

Ein Garten ist niemals fertig

Die Heidelbeeren haben ein neues Torfbeet und einen
sonnigeren Standort bekommen. 
Das wäre ja auch noch schöner. Dann hätte man ja irgendwann keinen Gestaltungsspielraum mehr. Wie langweilig :-)

Und so stehen momentan auch im Garten des roten Hauses mal wieder etliche Umgestaltungsmaßnahmen an. Die meisten ergeben sich aus Beobachtungen, die wir im letzten Jahr machen konnten:

  • Die Weide wirft zuviel Schatten auf den Gemüsegarten, 
  • die Wiese rund um den Apfelbaum wirkt nicht und versperrt den Blick in die hinteren Bereiche des Gartens,
  • die Obststräucher im Vorgarten entlang des Grabens wachsen den Weg zu und beernten lassen sie sich auch nur von einer Seite, weil man sonst halb im Graben liegt. 
  • Die Bepflanzung der Buchsbaumbeete ist immer noch nicht das Gelbe vom Ei, weil in einem Beet das Zypressenkraut auseinanderfällt, wenn es zu groß wird und im anderen Beet der Salbei vor sich hin kümmert. 
  • Es fehlt ein Schattensitzplatz, wenn mal wieder die Sonne zu sehr brennt. 


Nicht alles davon können und wollen wir in diesem Frühjahr angehen, aber etliches ist schon in die Wege geleitet.





So zieht gerade der Gemüsegarten mit unseren "Niedrighochbeeten" zum Teil um und macht den Bereich unter der Weide frei für einen Schattensitzplatz (auch wenn dafür noch der Pflanztisch den Platz wechseln muss und die Kompostbehälter hinter einem Sichtschutz verborgen werden müssen). Es bleibt auch noch Platz für ein größeres Tomatendach - das kleine Pflanzenhaus hat diesen Winter endgültig nicht überlebt. Zum Schluss standen nur noch die Seitenwände und ein schiefes Dach, das auch nur noch auf die nächste Gelegenheit gewartet hat, einen Abgang zu machen. Also habe ich es in einer Hau-Ruck-Aktion irgendwann an einem kalten Februarsonntag abgerissen. Jetzt stehen dort zwei Hochbeete mit toller Arbeitshöhe, für die wir unsere niedrigen Holzgestelle aufeinander geschraubt haben.

Da, wo jetzt die beiden Hochbeete stehen, stand mal das Gewächshaus. Und
da, wo ich stehe, wird die Weide im Sommer Schatten werfen und wir dann
hoffentlich ganz entspannt sitzen. 
Diesen Hochbeetkasten hatten wir im Herbst mit Zwiebelblumen
 für den Frühjahrsschnitt bepflanzt. Der kann also erst umziehen
wenn die Schnittblumen "geerntet" sind. Und das wird wohl noch was dauern. 

Ein anderer Teil der Kästen wandert auf unsere "Steuobstwiese" neben dem Carport. Dort scheint viel mehr Sonne als wir in den ersten Gartenjahren gedacht haben. Viel zu schade die Fläche, um "nur" Wiese zu sein und geradezu ideal für ein bisschen Gemüse. Und jetzt auch noch einen Jostabeerenstrauch...

Bisher steht hier erst eine gefüllte Kiste, eine weitere ist bereits geleert und
wartet auf ihren Umzug. Die anderen beiden kommen sicherlich auch bald. 

.... aber das ist eine andere Geschichte, über die ich beim nächsten Mal schreibe: Über unsere Umgestaltungsarbeiten  bei den Obststräuchern vorne am Graben und in den Buchsbaumbeeten und über 175kg Kastanienholz, das als Zaun und Sichtschutz noch einen Platz im Garten finden möchte.
Ab Freitag sind Ferien und da haben wir wieder jede Menge Zeit, den Garten auf Vordermann zu bringen!